Magisches Kräuterwissen der Germanen


Das alte Wissen lässt sich in Werken vieler Autoren der Volksmedizin, vor allem um 1900, gut recherchieren und neu aufbereiten.

Die Germanen lebten in enger Verbindung zu ihrer Umwelt, vor allem zur Pflanzenwelt, denn sie waren abhängig von den Naturgewalten und dem Gedeihen ihrer Pflanzen auf Hof und Acker.

Vor allem die Pflanzen um ihre Behausungen waren hoch geschätzt. Sie waren heilig und gegen viele Leiden wirksam. Magie und Wissen gingen Hand in Hand. So lebten die Verstorbenen, Ahnen und viele Geister in den Pflanzen, deren Gunst man nicht nur schätzte, sondern sich aktiv darum bemühte. So legte man nicht nur Opfergaben, sondern behandelte die Pflanzen in strenger Haltung nach Regel und wie es sich eben gehörte. Dies war wichtig, um die Kraft des innewohnenden Geistes zu beschwören, damit dieser die Leiden und Krankheiten heilte. Aber auch für das generelle Lebensglück und Orakelzwecken, bediente man sich den Kräften der Pflanzen.

 

Der medizinische Gebrauch der sich aus alten Bräuchen herleitet und hier dokumentiert ist, ist nicht selbstständig anzuwenden und nur mit Absprache eines Arztes zu verstehen.

 

Hier findest Du eine alphabetisch geordnete Liste an alten Heilkräutern in Hinblick auf ihre rituelle und magische Zubereitung. Diese Liste wird laufend aktualisiert.

B


Die Birke (Betula) 

 

Die Birke ist ein indogermanischer Nahrungsbaum.

Der gegorene Birkensaft war das erste künstlich erzeugte Getränk unserer Vorfahren. Trank man Birkenwein mit hopfenreichem Bier vermischt am morgen, so heilte es Blasenleiden.

 

Schon kleine Kinder tranken den süssen Saft der Birke um wieder zu Kräften zu kommen.

Stillende Mütter so wie auch den milchgebenden Kühen gab man Birkensaft, damit sie stärker wurden.

 

Quik, quik, quik, brenk miälke in den strik (Euterritze), de sáp es in den biärken. En namen kritt de stärken.

 

*Birkensaft stärkt Haarwuchs der Frauen

*macht fruchtbar

 

Rituale:

*Speiseopfer: flaches Brot mit gesalzener Butter oder Ei mit Buttermilch vermischt wurde über die Wurzel gegossen

*die Berührung des Birkenreises (der junge Zweig des Baumes) im Frühling versprach frische Lebenskraft und Fruchtbarkeit

*der Birkenreis ist eine germanische Lebensrute

*Birkenrinde verbrannte man um Dämonenangriffe zu bannen

*Birkenbast schlug man mit Holznägeln in die Türschwellen um vor bösen Geistern zu schützen

*die Birkenfrucht bekam bei den schwedischen Wikingern ein eigenes Runenzeichen: Bjarkan, Berkana

*Die Umgebung der Birke war schon heilsam (so wie auch Pflanzen und Pilze um die Birke herum)

*Birkenmistel (Hexenbesen)

*Birke heilt andere Zauber, indem man ihre Nähe sucht und verweilt.

 

Die Bäume und Baumgruppen bei den Behausungen waren von Geistern belebt, die in nahen und freundschaftlichen Beziehungen zu ihren Hausbewohnern standen, deswegen wurden solche Bäume nie gefällt oder verletzt.

G


die Goldruten sind in ihrer Verwendung gleich
Kanadische Goldrute (Solidago canadensis)

Goldruten  (Solidago)

 

Laut ihren Namen diente die Goldrute als "Schatz- und Wünschelrute". Sie ist eng mit der Zwerg- und Gnomwelt verbunden, da sie die Hüter aller Schätze der Erde sind. Um den Schatz zu finden weiht man die Goldrute und bespricht sie mit heiligen Worten.

Die Goldrute wird astrologisch der Venus und der Sonne zugeordnet. Als Rauchkraut schenkt sie Licht in dunklen Zeiten, Geborgenheit und Wärme.

Sie hilft auch Menschen bei Bindungsschwierigkeiten.

Getrocknet kannst du ein Jahr von ihrer Kraft schöpfen.

H


Hexenkraut (Circaea lutetiana)

 

Wie der Name schon sagt lässt anmuten, dass es sich um ein Zauberkraut handelt. Und tatsächlich besagt ein Mythos, dass wer dieses Kraut findet, den Weg Heim nicht mehr findet. Der Weg führt nämlich woanders hin, als uns die materielle Welt offenbaren könnte.

Das Hexenkraut schenkt Einblicke in das verborgene Sein und wirke direkt auf die Seele. Die zarten Blüten sind der Eingang zur Anderswelt und es ist eine Pflanze der Zauberkünste.

*Die Blütenessenz nach Bach hergestellt, hilft das Charisma zu stärken, Konflikte auszutragen und in die Akzeptanz zu gehen. Ausserdem schenkt es Rationalisten ein Feingefühl für eine übersinnliche Welt.

*Ein Tee aus Blüten stärkt das Selbstwertgefühl und Frauen wirken anziehender auf Männer. Hexenkraut erhöht den Charme. Ausserdem hilft es seelischen Kummer zu lösen.

*Die Pflanze verhilft zu Feingefühl und Geduld und stärkt allgemein die Ebene der Gefühle.

*auch für den Gegenzauber findet sie Verwendung

*ihre Wurzel bei sich getragen bringe Glück, Liebesglück und Schutz

*Berkana, Tarot II, Numerologie 2, Mond und Neptun, Mondstein, Granat, Serpentin

Um mit der Kraft des Hexenkrautes in Kontakt zu treten reicht auch die stille Auseinandersetzung mit der Pflanze oder das Essen weniger ihrer Blüten. Auch das Räuchern soll schlechte Laune vertreiben und das Feingefühl fördern.


Holunder (Sambucus)

 

(althochdeutsch Holuntar)

Die Pflanzen und Kräuter, die in der Nähe der Behausungen der Germanen wuchsen, waren stets heilig.

So wie der Holunder, der dem Heim nicht nur Schatten spendete, sondern Arznei bot gegen sämtliche Beschwerden.

Er ist schützender Baum der Sippe, die neben ihm und mit ihm lebte. Wenn der Baum abnahm, starb bald jemand im Haus.

Man durfte ihn niemals verbauen oder gar fällen, sonst rächte sich sein innewohnender Geist als Kindermelker (dieser machte sich über das Neugeborene her).

Es gab den uralten Glauben, dass der Holuntar aus dem Blut gefallener Krieger entstanden sei, deswegen gab es auch Blutopfer am Holunder.

Einige germanische Stämme pflanzten Holunderbüsche auf den Freithöfen (Friedhöfen).

Rituale:

*man opferte Brot und Käse an das dort lebende Erdmännchen

*in seine Erde vergrub man Krankheitsstoffe von den Kleidern oder abgeschnittene Haare der an Fieber , Gelbsucht und Gicht usw Erkrankten. In der Erde brachte der Holunder die Krankheit dann zum Tode und heilte.

*vor ihm nahm man den Hut ab und kniete nieder

*in Dänemark dankte man mit Milchopfern

*der Baum wird direkt als Hollerfrau angesprochen, denn die Mutter Gottes trocknete die Windeln auf ihren Stauden, die sie segnete

*der schirmende Geist des Hollerbaumes wurde von allen Germanen verschont

Er beschützt Kinder, hilft Frauen bei den Entbindungen und allen Menschen bei Krankheiten.

germanische Medizin:

Holuntar, oder die Hollerfrau ist die Arznei der Bäuerin:

*geröstete Beeren treiben den Schweiß

*frischer Saft wird zur Brandsalbe

*frisches Blatt als Wundabdeckung

*Holunderblüten im Hollerküchl als Mittel gegen Zahnweh

*Früchte und Rinde gegen Hauträude, Kopfweh und Eingeweidewürmer

*Hollerrindensaft gegen Fieber, wirkt austreibend

*Die getrockneten Früchte sollten Frauen nach der Geburt helfen, die Placenta auszutreiben und die Nachblutungen zu stillen.

Der Holler war ein Fruchtbaum, er schenkte Lust, Kindersegen und leichte Entbindung.

Auch die Esche ist -zumindest nach den alten Volksdichtungen der Völuspá- ein Frucht-und Lebensbaum. Es heisst man solle Eschenfrüchte räuchern, dies würde eine Geburt erleichtern. Dies lässt sich volksmedizinisch nicht nachweisen und ist wohl eher ein Werk der Kunstdichtung.

W


Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) 

 

Die Wald-Engelwurz gehört zur Familie der Engelwurz. Sie ist eine heilige Pflanze und symbolsiert die Dreifaltigkeit des heiligen Geistes.

Wer sie bei sich trägt wird geliebt und verehrt und sie schützt alle Liebenden.

Sie ist ein Mittel gegen Schadzauber.

Als Amulett getragen (Wurzel oder Blumenstrauß), hilft sie bei Prüfungen die Angst zu überwinden.

Besonders über Kinder hält diese Pflanzendeva ihre schützende Hand und bewahrt vor bösen Einflüssen.

Im Mittelalter trieb man mit der Engelwurz Gifte aus dem Körper. Sie ist auch fruchtbarkeitsfördernd.

Wachsen tut sie in der freien Natur nur da, wo Liebesenergie anwesend ist.

Aber Vorsicht, es gibt giftige Verwechslungen mit Schierling und Riesenkerbel, nehme sie nur, wenn Du Dir absolut sicher bist. (Engelwurz riecht angenehm würzig-süss)


Wegerich (Plantago)

 

Der Wegerich (ahd Wegarih), egal ob breit- oder spitz, war in der germanischen Volksmedizin ein heiliges Kraut der Totengeister.

Er weist auf die Beherrscher des Hellweges hin. Der Hellweg ist der damalige Weg zum Totenacker oder Freithof (Friedhof). Man bestattete früher auf den grasigen Wegen. Die Verstorbenen Ahnen lebten dann in den Freithofsblumen auf den Totenhügeln.

Die Beherrscher dieses Totenweges waren der männliche Wode und die weibliche Hell.

So durfte man den Wegerich nicht einfach ausgraben, denn dann störte man die Ruhe der Geister und konnte im schlimmsten Falle ihren Zorn und damit die Krankheitsdämonen auf sich ziehen.

Also grub der Kräuterkundige im Morgengrauen, noch vor Sonnenaufgang den Wegerich samt Wurzel aus, dies war die Zeit wo die Dunkelgeister umherschwirrten.

Man musste die Wurzel mit dem Ringfinger beschwören, damit die Zauberkraft der Pflanze dem Wurzelgräber nicht schaden konnte.

Wer es schaffte den Wegerich richtig auszugraben und den Totengeist zu beschwören, der erhielt die übernatürlichen Kräfte dieses Geistes und konnte jede Krankheit überstehen. Er hatte die Beherrscher des Hellweges in seiner Gewalt wie ein „Alberich“ (Beherrscher der Elben).

So beschrieb man den glückbringenden Wegerich (mit der Kraft des Elben) in seiner Hand auch als Glücksmännchen. Man stellte sie sich als kleine Männchen mit langen Haaren vor. Wenn man den Wegerich samt Wurzel ausgräbt, erkennt man an den langen Wurzeln das Haarkleid des Elben.

*Der Wegerich soll durch seine übernatürliche Kraft auch zu Orakelzwecken benutzt worden seien

*sein Tier ist der Geier, aber auch das Wiesel

*Runen Othala, Perthro auch Gebo, Tarot 2, 4, 8